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BLOG vom 14.10.2012


Neue Aphorismen – halbwegs ernst und heiter gemeint
Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
 
Eine Hand wäscht die andere. Am besten wäscht man seine eigenen.
 
Kleine Geschenke, wird gesagt, erhalten die Freundschaft; grosse, hinterfragt, erwecken den Argwohn.
 
Kleine Gnaden häufen sich leichter und wiegen grosse auf.
 
Ob Plauderstunde oder Sprechstunde: Sie belieben sich zu verlängern. Erstere kosten nichts, die Letztere ist teuer.
 
Mit „Soll und Haben“ wird im Leben keine Rechnung beglichen.
 
„Du sollst“ ist eine Aufforderung; „Du musst!“ ist ein Befehl. Bleibe dabei dein eigener Richter und Vormund.
 
Wen der Wettlauf im Lebenslauf ermüdet, wähle die Lebensbahn.
 
Wer genug zum Leben hat, sei zufrieden, denn zu viel schadet.
 
Das beste Guthaben ist ein reines Gewissen. Es sichert guten Schlaf.
 
Der Leistungslohn beutet Menschen aus.
 
Aus den Gesichtsfalten liest man mehr als aus Handlinien.
 
Hochmodern vermodert rasch zur Modetorheit.
 
Besser, sich biegen als sich beugen zu lassen.
 
Der Geschmeidige ist biegsam; der Spröde bricht dabei, wie ein dürrer Zweig.
 
Eine gute Bratwurst darf nicht mit Füllern gestreckt werden. Das gilt auch fürs Buch.
 
Der Störrische verkrallt sich stur und zwecklos im Widersinn. Der mit gutem Grund Beharrliche gewinnt.
 
Zum Daseinskampf gestählt, glaubte er sich stich- und hiebfest. Da kam einer flink gewappnet und besiegte ihn.
 
Märchen sind erfreulich, weil sie gut enden. Die Kinder wissen das.
 
Sammle die Tropfen der Hoffnung, und du gewinnst Trost.
 
Gedanken auftanken? Dazu braucht es Ruhepausen.
 
Der Schminktopf der Sprache verunstaltet die Aussage, wenn dick mit Adjektiven aufgetragen wird.
 
Sündhaft schön ist die Sünde – lasterhaft erst, wenn sie entdeckt wurde.
 
Brücken schliessen Zahnlücken. Deswegen der Zahnarzt gern Zähne zieht.
 
Was man tut, ist nebensächlich. Hauptsache nur, man tut es gut.
 
Warum Berge besteigen, wenn man wieder hinunter muss?
 
Der Querulant riecht Zapfen an jedem Glas Wein.
 
Viele Begriffe lassen sich nicht definieren. Dabei fällt mir das Wort „menschlich“ ein.
 
Das gute Gedächtnis verlängert die kurzen Beine der Lüge.
 
 
Hinweis auf weitere Aphorismen-Blogs und Lyrik von Emil Baschnonga
 
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