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1. Ausgabe www.textatelier.com 25. 04. 2002

Die Zeitung am Bildschirm lesen

Eine Zeitung ist ein Bündel Papier, das man herumtragen und irgendwo mit ausgebreiteten Armen lesen kann; man ist nicht an einen Ort gebunden. Das Zeitungsformat ist auch Musterbeispiel an Handlichkeit; man lese einmal bei leichtem Wind. Das Zeitungslesen am Bildschirm braucht die geeigneten Geräte inkl. Internetanschluss. Diese beiden Möglichkeiten des hochtrabend so genannten Informationsmanagements haben beide ihre Vor- und Nachteile. Wenn aber ein mit dem Netz verbundener Computer in Greifnähe ist, ziehe ich diesen unbedingt vor, speichere wesentliche Texte und kann sie später ohne weiteres mit verschiedenen Suchfunktionen wieder finden.

Meines Erachtens werden die Vorteile des digitalen Zeitungslesens unterschätzt. Man ist zwar nicht mehr ortsunabhängig, wenn man die Sache nicht via Mobiltelefonie löst, doch ist man zeitungsunabhängig. Wie in einem Kiosk kann man Berichte und Kommentare aus Tausenden von Zeitungen auswählen, ohne daran erinnert zu werden, man dürfe hier nicht lesen ohne zu kaufen. Noch nie in meinem auf Informationsbeschaffung ausgerichteten Journalistenleben in der Nähe von Telexgeräten, Radioapparaten und Briefbergen war es mir möglich, mein eigenes Weltbild aus solch einer Riesenmenge von Informationen unterschiedlicher Herkunft zusammenzusetzen. Ich bin nicht mehr auf westliche (amerikanisch dominierte) Quellen (www.cnn.com und alle die Mitläufer) beschränkt, kann nachlesen, was die staatliche russische Agentur RIAN-Novosti (www.rian.ru ) zur Lage sagt (sie hat auch einen deutschsprachigen Dienst), kann mich bei www.europeaninternet.com/china/ (englisch) informieren. In den meisten Ländern gibt es englischsprachige Online-Zeitungen. Zu Informationen über Pakistan z.B. kommt der Internet-Nutzer am einfachsten über die Adresse www.paknews.com, ein professionell gemachtes, übersichtlich präsentiertes und aktuelles, allerdings regierungsnahes Informationsangebot in englischer Sprache, das seit 1991 zu haben ist: Neues, Berichte, Interviews, Analysen. Über Japan, dem Land mit den auflagestärksten Zeitungen der Welt, kann man sich z.B. durch den Eintritt ins Portale der grössten Tageszeitung informieren: "Mainichi Shimbun" (www.mainichi.co.jp), die einen englischsprachigen Ableger hat (Link am linken Rand der Homepage).

Einen guten, ständig aktualisierten Überblick über wichtige Zeitungen aus aller Welt vermittelt www.netzzeitung.de. Ein exzellentes Angebot hält insbesondere www.spiegel.de bereit, inklusive teilweise exzellente Kommentare.


 

Die "FAZ" (www.faz.de) stellt nur einen Teil ihres Schaffens gratis ins Netz; der Rest ist nur Abonnenten zugänglich. In der Schweiz kann man die Tagesausgabe der "NZZ" (www.nzz.ch) lesen (den Gratis-Rückgriff auf alle Zeitungen der letzten 30 Tage gibt es nicht mehr; das Archiv ist kostenpflichtig). Es gibt auch Regional- und Lokalzeitungen mit gutem Angebot im Netz, so etwa die "Basler Zeitung" (www.baz.ch), die "Aargauer Zeitung" (www.azonline.ch), die alles geben und sich spendabel zeigen, auch in Bezug auf die Archivnutzung.

Die neuen Medienportale zeichnen sich durch Interaktivität, individuelle, zeitgerechte Angebote und eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit aus. Sie nutzen die modernen Instrumente zunehmend, um Leser, Zuhörer, Zuschauer und Kunden stärker an sich zu binden, neue Potenziale zu erschliessen und neue Medienwelten zu erschaffen. Die beziehen sich nicht allein auf das gedruckt Vorliegende, sondern bieten auch Aktualitäten. Sie machen von den Radio- und Fernsehnachrichten unabhängig; die letzteren sind auf das zugeschnitten, was sich bildhaft umsetzen lässt und damit für eine einigermassen umfassende Information weitgehend wertlos.

Wie am Beispiel "NZZ" dargelegt, werden die Gratisschlemmerfeste im Nachrichtenbereich allmählich kostenpflichtig. Die hohen Investitionen und dauernden Betriebskosten sind über die Online-Werbung nicht zu kompensieren. Ich empfehle den Freunden unseres virtuellen, weitgehend auf den Umgang mit Buchstaben ausgerichteten Unternehmens, vom noch üppig gedeckten Informationsbuffet abzuschneiden, was noch immer à discrétion geboten wird. Der gedeckte Tisch wird mit der Zeit weniger reich gedeckt, genau wie bei den gedruckten Gratis-Zeitungen auch.

Falls Sie in den Bereich der schönen Literatur abschweifen möchten, loggen Sie sich bei http://gutenberg.spiegel.de ein: Hier finden sie über 10'000 Gedichte, 1000 Romane und Novellen, unzählige Märchen, Fabeln und Sagen von über 350 Autoren. Sie können kostenlos in diesem grössten deutschen Literatur-Archiv lesen.

Es empfiehlt sich, die Dichter und Schreiber nicht nur zu feiern, sondern ihre Arbeiten zu lesen. Das Schreiben hat nur einen Sinn, so lange es noch Leser gibt.

Walter Hess

Was die Sterne zum Textatelier sagen

Textatelier-Horoskop

Das virtuelle Unternehmen www.textatelier.com ist am 25. März 2002, 00.39 Uhr von Biberstein ans Internet übergeben worden. Dieser Zeitpunkt war mit Bedacht gewählt: Es war die 39. Minute am 39. Geburtstag unseres technischen Realisators Urs Walter - eine kleine Geste der Anerkennung für die Riesenarbeit, die er während Monaten geleistet hatte. Zufällig hat die Angebotspalette am linken Rand der Homepage 39 Positionen. Der Aufbau des virtuellen Unternehmens erfolgte im 39. Jahr meiner publizistischen Tätigkeit in Aarau, das auch mein 39. Ehejahr war. Ich bin nicht abergläubisch, obschon es manchmal schwierig ist, es nicht zu werden.

Unsere astrologiekundige Autorin Rita Lorenzetti hat für den Geburtszeitpunkt im Nachhinein ein ausführliches Horoskop erstellt, das hier in seinen wesentlichen Aussagen wiedergegeben sei und das belegt, dass der Geburtszeitpunkt sozusagen der ideale war:

Dieses Textatelier kann als Wesen betrachtet werden, und seine Art, Geburt (Augenblick der Schaltung ins Netz) können gedeutet werden. Den erwähnten Zeitpunkt begleitet ein inneres Feuer, das Begeisterung versprüht, das ein Sofort-Handeln in sich hat und beansprucht, dass es gefühlsmässig als Autorität anerkannt wird.

Mit dem Schütze-Aszendenten und Pluto im 1. Haus nehmen Aussenstehende dieses Atelier als eine Art "starke Persönlichkeit" wahr. Es strahlt Selbstsicherheit aus, eine Art Charisma, hat etwas Zwingendes an sich. Das Schütze-Zeichen vermittelt Einflüsse und Interesse an den grossen Linien des Lebens, an den weiten Horizonten der Welt, an Religion und Philosophie. Es ist auch das Zeichen der Lehrer, die wissen, was Recht ist und was getan werden muss.

Die Sonne im Widder des Textateliers ist eine Prägung, die zu schnellem, manchmal auch überschnellem Handeln verleiten kann. Widder bedeutet Frühlingskraft, Aufbruch, Naturkraft. Das Auftreten ist natürlich, unkompliziert.

Venus als Gestaltungskraft ist ebenfalls vom Widder geprägt, hier als weibliche Qualität in kumpelhafter Form. Die Gestaltung wird als natürlich, wie die Natur das macht, auf eine Art locker hingeworfen, wahrgenommen.

Der Antrieb und Motor des Ganzen – Mars – steht im Zeichen Stier, ist also bodenständig, konservativ, realistisch, will für die Arbeit einen guten Lohn, damit das Leben auch mit seinen Sinnesfreuden gelebt werden kann. Mars in Stier ist beharrlich, z.T. aber auch stur und kann langsam erscheinen.

Saturn die Kraft, die begrenzt und für Seriosität und Verantwortung steht, ist im Horoskop als harmonische Kraft eingeschrieben. Sie macht zuverlässig, verlangt Perfektion und unterstützt dazu.

Jupiter (steht für Recht und Gesetz und für unsere Entfaltung) ist im Horoskop im Zeichen Krebs angesiedelt. Hier sind wir mit einem Hinweis auf Vorsicht konfrontiert: Sonne im Widder und Jupiter im Krebs - 2 Einflüsse, die sich fremd sind - sind aneinander gekoppelt. Das Element Feuer (Widder) und das Element Wasser (Krebs) treffen aufeinander. Es zischt.
Rat: Der Widder soll nicht kopflos in Aufträge hineinstürmen, sonst kann es Verletzungen geben, die ewig nachgetragen werden. Das heisst: Spontan und unkompliziert sein, aber auch einfühlsam an Aufgaben herangehen.



 

Den rechtlichen Fragen, die sich im Internet und mit Auftraggebern stellen, ist volle Sorgfalt zu widmen.

Der Mond, also der Wunsch und die Fähigkeit nach Kontakten, steht im Zeichen Löwe, nahe der Spitze zum 9. Haus und vereinigt Aspekte von Pluto, Neptun, Sonne, Mars und Saturn (rote und blaue Linien, die aus verschiedenen Bereichen zu ihm hinfliessen). Er bündelt den Wunsch, als Autorität erkannt zu werden mit Inspiration, Helferwille, sozialem Engagement, Ichbewusstsein, Motivationskraft, allgemeine Antriebskraft, Ordnung und Vorsicht zu einem vertrauenserweckenden Auftritt.

Uranus ist an der "Leitung" der verschiedenen Energien nicht angeschlossen, spielt ein Eigenleben. Von Zeit zu Zeit wird das damit versteckt vorhandene Tell-Syndrom (sich nicht dreinreden lassen und hier auch den Anspruch von etwas Elitärem) wie ein Blitz hervorschiessen. Es können spontane Kontakte sein, die etwas Neues, vielleicht auch Revolutionäres bringen, die auch etwas umwerfen oder eine neue Richtung anzeigen. Es kann auch augenblicklich, unvorhersehbar, etwas zerstört werden.

Merkur ist gewissermassen das Werkzeug der Schreibenden. Merkur steht im Zeichen Fische, nach dem Lehrbuch im Exil, d.h. unter einem Einfluss, der ihm eigentlich fremd ist: Merkur – das Denken – in einem flutenden Element (Fische ist das Zeichen des Meeres). Merkur im Fische verleiht aber intuitive Begabung.

Wäre dieses Horoskop für einen Menschen beschrieben, würde es auch heissen, dass dieser das Leben nicht dirigieren will, dass er auf das Leben hört und darauf reagiert. Er würde also nicht agieren, sondern reagieren. Es sind jene Felder belegt, die auf den Alltag hinweisen, auf die Piazza des Lebens, auf Herkunft und Heimat, auf die Spielwiese des Lebens mit ihren Experimenten und der Kreativität und auch auf den Ort, wo Dienen, Helfen und Heilen gefragt sind.

Das Zwillingszeichen, das für ein Textatelier das ideale Feld ist, steht im Textatelier-Horoskop dort, wo die Menschen sich miteinander einlassen und verbünden. So vieles ist hier ideal.

Es gibt im Horoskop etliche rote Linien, das sind Spannungen, die antreiben, etwas zu tun, etwas zu verändern. Rote Linien können aber auch blockieren oder verletzen. Es sind Linien, die Aufgaben darstellen und einen weiterbringen.

Etwa gleich viele Linien sind blau, d.h. es sind Substanzen da, von denen gezehrt werden kann: Ein sicherer Wert. Und es gibt grüne Linien, die das Suchende darstellen, die Sehnsüchte usw. Die Verteilung ist gut, es dominiert keine Art. Es wird Leistung verlangt, aber es ist auch Kraft dafür da.

Für alle Beteiligten am Textatelier wird die Mitwirkung anders erlebt werden. Die eigene Art ist von irgendeinem Ast des Horoskops magnetisch angezogen, sonst würden wir nicht mitmachen. Das heisst dann, dass bei einer Person die Feuerqualitäten wegleitend sind, bei andern der Realitätssinn des Stiers, bei mir ist es Saturn – hier im Zwilling –, der fast genau auf meine Venus (Gestaltung beim Schreiben) trifft. Er hilft mir z.B. – hier in diesem Fall –, etwas seriös zu realisieren. Da er der Begrenzer ist, weiss ich, dass er nur das Wesentlichste zulässt. Das gilt nur für mich und soll als Beispiel dienen.

Rita Lorenzetti

Im Briefkasen entdeckt

Die Lyrikerin Bettina Bauer hat zur Geburt des Textateliers am 25. März 2002 ihre Wünsche in luftige Reime geformt – Wort für Wort, Zeile um Zeile. Alles wohlgesetzt. Das hat Stil und verspricht Gedeihen.

 

Zur Geburt des Ghostwriter-Buschis

Voller Ehrfurcht und auf Zehenspitzen
düssele ich zum Buschi klein in Biberstein,
stehe an der Wiege ganz allein,
sehe wache Äuglein durch die Spitzen blitzen
und bewund're das perfekte Kind,
das da liegt ganz ohne Windeln;
denn es braucht sie nicht,
weiss bereits, was sich gehört,
was potenzielle Kunden stört,
schreit auch nicht und quängelt nicht,
zeigt ein stetig lächelndes Gesicht.

Und wie heisst das schöne Kind?
Textatelier heisst's – nun kommt geschwind,
schaut es euch an, das junge Wunderkind,
lasst euch von ihm verzaubern und verzücken,
eure Worte in das rechte Licht dann rücken.
Bringt keine Gaben - es will euch beschenken
und eure Texte in die besten Bahnen lenken.
Seid ihr zufrieden dann mit seinen Taten,
sind die gewünschten Texte wohlgeraten,
so wird das Kind bald wachsen und gedeihen
und fröhlich weiter Zeil' an Zeile reihen.

Bettina Bauer

 

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