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     18. August 2018, 14:54 Uhr
 


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Ein paar Gesundheitsregeln nach Feng Shui

Der Zustand einer Kultur kann ziemlich exakt am Zustand der Medizin abgelesen werden; es geht um Wissen, gepaart mit der Fähigkeit zur exakten Beobachtung. Zwischen dem Erfassen der Gesamtheit eines Menschen in seinem Unfeld und dem Abfüttern von Kranken mit isolierten Chemikalien sind schon Welten.

Nach den Vorstellungen der altchinesischen Medizin, welche sich auch auf Naturgesetze ausgerichtet hat, sind Krankheiten auf eine gestörte Zirkulation der Lebensenergie Qi in den Meridianen zurückzuführen. Daraus resultiert eine disharmonische Energieverteilung; Yin und Yang sind nicht mehr im Gleichgewicht, und mit der Stimulation von Akupunkturpunkten kann regulierend eingewirkt werden. Das Feng Shui ist eigentlich eines der 8 Teilgebiete der chinesischen Medizin, die selbstverständlich in einem ständigen Wandel ist. Das Feng Shui bezieht sich insbesondere auf das Lebensumfeld im Rahmen all seiner Wechselwirkungen. Doch gehören einige spotlichtartige Hinweise zu den Bemühungen um die Gesundheitserhaltung in diesem Zusammenhang zweifellos zur Abrundung des Bildes.

Krankheiten, Unausgewogenheiten, Schlafstörungen und Krisen im partnerschaftlichen Zusammenleben werden auf ein so genanntes "schlechtes Feng Shui" zurückgeführt, auf eine Behinderung des Qi-Flusses durch geschlossene Türen, Dunkelheit, Ecken und Kanten sowie durch eine hindernisreiche Einrichtung; dieser Energiestrom kann auch in der falschen Richtung fliessen. Schmerzen werden als Qi-Stau gesehen. Geopathische Störungen aus der Erde (Erdstrahlungen, tektonische Verwerfungen usf.) können ebenso dazu beitragen wie der Elektrosmog (elektromagnetische Strahlung). Daraus ergeben sich Energien mit negativer Wirkung, Shia Qi (der Begriff wird meistens in Bezug auf die spirituelle Ebene verwendet) oder Shah Qi ("tötendes Qi") genannt, die sich besonders konzentriert auch rund um Andachtsräume wie Kirchen, Kapellen, Moscheen, Synagogen, Tempel und Friedhöfe versammeln.

Das Gegenteil davon ist viel Sauerstoff aus frischer Luft. Der häufige Aufenthalt im Freien ist ideal; er unterstützt jeden Heilungsprozess und erhält die Gesundheit. Pflanzen inklusive Bäume haben ausserordentlich günstige Wirkungen auf den Menschen. Wohltuend sind auch ein sanftes Wasserplätschern, liebliches Vogelgezwitscher, das Summen von Insekten und harmonische Musik, wohltuende Gerüche usf. Damit ist eigentlich das ganze ländliche Leben von einst beschrieben. Im Umkehrschluss wird daraus klar, weshalb die lärmige, hektische, gestank- und chemikalienlastige Hochzivilisation krank machen muss.

Jede Heilbehandlung basiert in der chinesischen Medizin auf einer Harmonisierung des Energiestatus und des Zusammenwirkens der so genannten "5 Elemente" Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser, dynamische Wandlungsphasen mit gegenseitigen Wechselwirkungen. Überall in der Natur gibt es Umwandlungen: Aus einem Samenkorn wächst eine Pflanze heran, die wieder stirbt und zu Erde wird; die 5 Elemente symbolisieren solche Prozesse, die auch beim Menschen ablaufen und in einer kompliziert vernetzten Beziehung zur Umgebung stehen.

Das zentrale Erfordernis: Die Mitte bei sich und in allen Dingen finden. Auch das Zentrum der Lebenskraft und damit der Gesundheit befindet sich in dieser Mitte, d.h. beim Menschen um den Solarplexus (Sonnengeflecht), das sich oberhalb des Bauchnabels und unterhalb des Brustkorbes befindet. Deshalb sollten der Magen nicht durch zu viel Nahrung überlastet und die Körpermitte nicht durch Kleidung (Gürtel) eingeschnürt werden. Im Haus oder der Wohnung findet sich dieses Zentrum logischerweise ebenfalls in der Mitte; es bildet das Zentrum des Bagua mit seinen 8 Zonen. Die Mitte sollte nicht von schwerem Mobiliar verstellt sein; hier muss das Qi frei zirkulieren können.

Die chinesische Medizin, welche Mensch und Natur als zusammenhängende Systeme in Harmonie bringen will, verwendet zur Krankheitsheilung Kräuter, Öle, tierische Bestandteile, auch von heute gefährdeten und aussterbenden Arten und ist dadurch zu Recht ins Schussfeld der Kritik geraten, Mineralien usf. Heute kommt die Heilung durch Schwingungen (Bioenergetik, Biosynergetik) hinzu.

Exemplifizieren wir das Heilwesen in Bezug auf Altersbeschwerden[1]: Nach chinesischen Erkenntnissen sind in diesen Fällen insbesondere Erde, Metall und Wasser in einem energetischen Mangelzustand. Heilpflanzen spielen hier wie überall eine besonders wichtige Rolle; Dutzende von Geriatrika sind bekannt, etwa: Ren Shen = Jen Shen (Panax ginseng, Araliaceae); Dang Gui = Dong Quai (Angelica polymorpha, A. sinensis, Umbelliferae); Ti Huang (Rehmannia glutinosa, Scrophulariaceae); Hsiao Hui (Foeniculum vulgare, Umbelliferae); Shan Chi Chiao (Litsea cueba, Lauraceae); Yu Chu (Polygonatum officinale, Liliaceae); Huang jing (Polygonatum spp, P. kingianum, Liliaceae); Ho Shou Wu (Polygonatum multiflorum, Polygonaceae); Ju Ku’ei (Cinnamomum cassia, Lauraceae); Chiang (Zingiber officinale, Zingiberaceae); Shan Zhu Yu (Cornus mas, Cornaceae); Chi Hsueh Ts’ao = Fo Ti Tieng (Centella asiatica = Hydrocotyle asiatica, Umbelliferae); Kann Ts’ao (Glyzyrrhiza glabra, Leguminosae).

Falls Sie sich nach dieser "chinesisch"anmutenden Lektüre müde und erschlagen fühlen sollten, umgeben Sie sich aus einem oder mehreren Gegenständen mit frischen Farben wie einem Blumenstrauss oder einem bunten Tuch. Das bringt Sie wieder in Schwung!

Und Sie haben wieder Kraft, um über Gesundheitsmassnahmen, die kurios anmuten, nachzudenken. So gibt es in China eine unorthodoxe Sekte des Tibetisch-Tantrischen[2] Buddhismus, die den tibetischen Buddhismus und die einheimische Religion Bon mit dem überlieferten chinesischen Glauben und dessen Praktiken kombinierte: die Schwarzhut-Sekte. Sie vereint religiösen und philosophischen Taoismus, Konfuzianismus, traditionelle Heilmethoden und Bräuche und Feng Shui. Zur Behebung von Rückenschmerzen empfiehlt sie, 9 Kreidestücke in eine Schale mit rohen Reiskörnern zu tun und unters Bett zu stellen – und zwar genau dort, wo sich der Rücken befindet. Man könnte das ja einmal ausprobieren.

Walter Hess

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[1] Quellen: Ammann, Max, München 40, Vortrag über "Phytotherapie in der Geriatrie", 7. November 1992.
Lim, Jes T.Y.: "Feng Shui & Gesundheit. Vital leben in Haus und Wohnung", Joy Verlag GmbH, Sulzberg D 1997.
[2] Der Tantrismus nahm seinen Anfang in Indien im 5. Jahrhundert. Diese religiöse Strömung gewann grossen Einfluss auf den Buddhismus und den Hinduismus. Die in den Texten des Tantra festgehaltenen Lehren wenden sich von der Weda-Orthodoxie ab und heben den Unterschied zwischen Kasten und Geschlechtern auf.

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