Textatelier
BLOG vom: 10.02.2016

Aphorismen: Wenn alles gesagt ist ...

Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London


Wenn alles gesagt ist, gilt es, das Ungesagte zu orten.

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Alles ist möglich, doch Weniges wird mühelos ermöglicht.

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Der Weg zum Erfolg ist vom Misserfolg gepflastert. Folge diesem Weg zum Erfolg mit Geduld gewappnet. So kommst du voran, selbst wenn der Erfolg ausbleibt.

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Das Gefühl wird vom Gespür gelenkt.

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In der Jugend erweitert sich unser Lebenskreis. Im Alter verringert er sich zum Punkt mitten im Kreis – zum Schlusspunkt im Leben.

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Es braucht Elan, um eine Aufgabe anzupacken. Und Durchhaltewillen, bis sie erledigt ist.

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Eigene Erfahrungen sind der beste Wegweiser. Zu oft folgen wir fremden, die uns in die Irre führen.

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Verzage nicht vom Zweifel geplagt. Sonst bleibst du auf deinem Grenzstein hocken.

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Im Gedankenfach sollte Ordnung herrschen. Diese Ablage ist eine Schatzkammer zu neuen Gedanken.

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Zwischen Randsteinen entspross keck ein Pflänzlein. Ich löste es mitsamt Wurzeln und pflanzte es in einen Topf zwischen Klee eingebettet. Das Pflänzlein gedieh und blühte mitten im Winter draussen vor der Türe. Kleine Freuden übertreffen immer wieder grössere.

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Der Neid wurzelt tief und tarnt sich beliebig mit falschem Lob.

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Tage verrinnen im Kalender. Mir wäre es lieber, wenn sie sich dort erneuerten.

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Die Logik lässt sich zurechtbiegen. Das weiss selbst der Logiker so gut wie der Drahtzieher und Ränkeschmied.

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Ferienzeit: Auf der Promenade beim Ostmeer genoss ich als Kind Garnelen in Tüten gestopft. Auch Muschelgerichte schmeckten mir sehr. Wind und Sonne bräunten meine Haut. Ich schichtete Sandburgen. Ein besseres Leben konnte ich mir nicht vorstellen.

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Wie ein Handwerksbursche seinen Hunger stillte.

“Koste es was es wolle”, sagte ein Handwerksbursche mit einer Fiedel und ohne einen Pfifferling in der Tasche und bestellte eine fürstliche Mahlzeit in einer Gaststätte. Doch der Wirt hatte ihn durchschaut. Er brachte dem Burschen eine rohe Bratkartoffel. “Du musst sie zuerst in meiner Küche zubereiten”, sagte er, “koste es was es wolle.” Beflissen schälte der Kerl die Kartoffel und briet sie zusammen mit einer Bratwurst. Das gefiel dem Wirt, und er bot ihm die Stelle als Küchenbursche an.

“Noch heute Abend kehrt der Grosse Rat bei mir ein, und du musst mir vierzig Bratkartoffeln mit Würsten zubereiten, dann kriegst du dein Essen kostenlos, aber erst, wenn du das Geschirr abgeräumt und gewaschen hast. “Koste es was es wolle”, gab der Bursche pfiffig klein bei. “Nur gestatte mir, dass ich die Tafelmusik auf meiner Fiedel spiele und in meiner Mütze die Münzen sammle und behalte und du den Küchendienst besorgst.” Mit dem Ertrag sehr zufrieden, verliess der Handwerksbursche die Gaststätte und brauchte, dank seiner Fiedel, nicht länger zu hungern.

 


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