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BLOG vom 14.01.2018


Überlegungen zu Drachen als Fabel- und Lebewesen oder als Schimpfwort

Autor: Richard Gerd Bernardy, Dozent für Deutsch als Fremdsprache, Viersen/Deutschland


Bildliche Vorstellungen von Drachen gibt es schon seit Jahrtausenden. Im christlichen Kulturkreis wurden Drachen als Verkörperung des Bösen angesehen.

Der Name bedeutet allerdings nichts anderes als Schlange.
Die menschliche Phantasie hat daraus ein feuerspeiendes Monster gemacht, das grausam ist, Menschenopfer verlangt und getötet werden muss. Vor allem die katholische Kirche verehrt St. Georg als Drachentöter.

 


 


https://www.barnebys.de/auktionen/objekte/459694474/der-heilige-georg-besiegt-den-drachen/

Im Altertum wusste man, wie auch jetzt noch in China, dass Berge die ersten Kontaktpunkte mit kosmischer Energie sind, die auch als fliegende Drachen gesehen werden. Das Chi (Lebenskraft) fällt als kosmisches Feuer von den Bergspitzen nieder und füllt danach die Landschaft und Flüsse. So schlingert der Limburgische Drachen sich über viele kleine Berge und hohe Terrassen an der östlichen Seite der oberirdischen Wasserschlange Maas. (1)

In dieser Schilderung ist der Drache nicht gewalttätig, grausam und böse. Der Wasserlauf des Maas, der Fluss, der gemeinsam mit dem Rhein und der Schelde in die östliche Nordsee mündet, auch abkürzend Rheindelta genannt, schlängelt sich wie ein Drache mit kilometerlangem Schwanz durch die Landschaft. Man könnte aus dem gezeichneten Bild einen ernsten, aber nicht unfreundlichen Drachen heraus interpretieren. Beine hat er nicht und nur verkümmerte Flügel:

 


 

Der Drache als Fabelwesen, als flugfähiges Tier, geistert noch in vielen Geschichten herum.

Drachen fliegen zu lassen ist an windigen Tagen ein Vergnügen nicht nur für Kinder, besonders lenkbare Drachen, die Loopings und Schwünge vollziehen können, werden gerne auch von erwachsenen Männern gesteuert, ebenso wie  Drachenfliegerei von hohen Bergen hinunter ins Tal. Bei den Drachen, die an Bändern in die Lüfte steigen, spüren die Lenker die Kraft des Windes, die Gegenwehr des Drachens, den wilden Drang nach der Freiheit, in die Lüfte zu entschwinden und es hebt die menschlichen Bezwinger nicht selten ein paar Zentimeter vom Boden ab und lässt sie ein paar Hopser vollziehen.

Monsterdrachen mit Schuppen sind weitere Auswüchse der Phantasie. Oder sind sie doch Urerfahrungen des Menschen, in den Genen manifestierte Erinnerungen an die Zeit der Dinosaurier?

Dabei wird die Flugfähigkeit und das Feuerspeien des Fabelwesens in Frage gestellt:

Ist es physikalisch möglich, dass ein Wirbeltier 2 Flügel und 4 Beine, also 6 Gliedmassen hat? Ist es möglich, dass ein solches Tier fliegen kann?

Es existieren wirklich Flugdrachen, kleine Tiere, Agamen (Schuppenkriechtiere), eine Untergruppe der Echse, in den tropischen Wäldern Südostasiens. Das Tier kann 26 cm lang werden (die Länge des Schwanzes macht mehr als die Hälfte davon aus) und ist zu einem Gleitflug von 20 bis zu 60 m fähig. Er ernährt sich von Insekten.

 


 


https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeiner_Flugdrache

Ich hoffe, zu Hause haben Sie keinen Mann, der Sie als Hausdrache betiteltoder Sie als Mann bezeichnen Ihre Frau oder Ihre Freundin (zum Beispiel vor Kumpanen) so, denn das ist eine nicht gerade nette Bezeichnung für eine weibliche Person, die gerne herummeckert oder nörgelt, also als zänkisch und herrschsüchtig angesehen wird. Wenn es so ist, sollten Sie unbedingt miteinander darüber sprechen!

Jetzt können Sie nämlich etwas über Drachen berichten, Ihre Meinung revidieren oder das männliche Gegenüber aufklären!

Quelle
(1) Dick van den Dool, Op zoek naar de draak in Limburg,Uitgeverij Vrij Geestesleven, Zeist/NL, 1998 (Obiges Zitat ist übersetzt durch den Blogautor).
Illustration vom Buchumschlag von Tourette van Meurs-Oxenaar

 


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