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BLOG vom 30.04.2018


Lebensraum für Schmetterlinge fördern und bewahren

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D

 


Tagpfauenauge
 

Kaum waren die kalten Tage vorbei, zeigten sich schon die ersten Schmetterlinge (Tagfalter) bei uns in Schopfheim. Dies war möglich, weil einige Arten, wie der Kleine und Große Fuchs, der Zitronenfalter, der Admiral und das Tagpfauenauge sich an geschützten Stellen, im Dach oder Scheunen zum Überwintern einquartieren. Auch einige Raupen überwintern eingerollt in Blättern. Dabei verdunsten sie Wasser und schrumpfen sich klein.  Die Schmetterlinge gehören nach den Bienen zu den wichtigsten Blütenbestäubern.

Falter mit Frostschutzmittel
An den ersten frühlingshaften Tagen schwirrten in unserer Gegend schon etliche Zitronenfalter herum. An einem kleinen Biotop hinter dem Schopfheimer Schwimmbad hatte der Fotograf das Glück, das erste Tagpfauenauge in voller Pracht abzulichten. Die Muster und Farbigkeit der beschuppten Flügel faszinieren immer wieder. Sie dienen primär zur Tarnung oder der Abschreckung von Feinden. Manche Duftschuppen senden Gerüche durch die Poren. Diese Duftschuppen erleichtern den Geschlechtspartnern das gegenseitige Auffinden.
Der Zitronenfalter hat eine lange Lebenszeit, aber auch eine besondere Fähigkeit. Er überwintert ungeschützt in Bodennähe. Er kann Temperaturen weit unter dem Nullpunkt überleben. Die Kälteresistenz wird durch körpereigenes Frostschutzmittel erreicht.

Raupen lieben Brennnessel
Das Tagpfauenauge ist neben dem Kohlweißling der häufigste Schmetterling unserer Heimat. Die tiefschwarzen Raupen dieser Art mögen es gesellig. So können 150 Raupen und mehr an einer Staude bis zur Verpuppung leben. Besonders lieben die Raupen Brennnesselblätter.

Ursachen des Rückgangs
Laut einer Studie der europäischen Umweltagentur sind die Bestände seit 1990 um 50 % zurückgegangen. In Baden-Württemberg stehen mehr als drei Viertel der Tagfalterarten auf der Roten Liste. Klaus Böttger, Vorsitzender der BUND-Ortsgruppe Schopfheim weist darauf hin, dass die chemischen Unkraut- und Insektenvernichtungsmittel in der Landwirtschaft, die ausgeräumte Landschaft und die sterilen öffentlichen und privaten Grünflächen und auch der Klimawandel Hauptgründe des Rückganges sind.

Was können wir tun?
Böttger empfiehlt die Aussaat von Wildblumen, sei es in unseren Gärten, an Wegrändern und auf Wiesen. Die Blüten sind eine optimale Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere nützliche Insekten. Auch solle man verschiedene Blühpflanzen mit unterschiedlichen Blühphasen aussähen, so dass die Insekten lange Zeit Nahrung finden. Dann hatte Böttger noch eine Idee: „Wer Tagpfauenaugen oder auch andere Schmetterlinge in seinem Garten haben möchte, sollte eine Ecke mit Brennnesseln bepflanzen.“ Für Raupen sind die Brennnesseln eine Leibspeise.

Kürzlich säte ich den vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschlands (BUND) verteilte Samenmischung für Schmetterlingsblumen in einem Balkonkasten aus. Die Mischung enthielt 30 verschiedene Sorten Pflanzensamen. „Schaffen Sie so einen kleinen Lebensraum für Schmetterlinge in ihrem Garten oder auf ihrem Balkon. Damit unterstützen Sie auch die Aktion ‚Abenteuer Faltertage‘“. Die Samen reichten für 1 bis 2 qm Fläche. Die Aussaat erfolgt von April bis Juni.
Wichtig ist, dass man die richtigen Blütenpflanzen aussät. Nur so werden die Schmetterlinge angelockt. Oft sind die ausländischen Pflanzen und Hybriden für die einheimischen Insekten ungeeignet. Eine Ausnahme ist der Sommerflieder (Buddleja spec.). Auf diesem Exot sind oft viele Falter zu sehen, aber keine Raupen.

Anmerkung: Auch die Schweizer Delinat AG (www.delinat.com) sorgt für Schmetterlingsgrüsse. Zum Tag der Biodiversität am 22. Mai wurden Ende April an Kunden Samen versandt. Es war ein wichtiger Schmetterlingsgruss.  Delinat: „Die Mischung enthält viele Arten, die auch in den Rebbergen unserer Winzer blühen. Sie eignet sich zur Einsaat im Garten oder auf dem Balkon. Setzen Sie ein Zeichen und verhelfen Sie der Biodiversität zur Blüte!“
Das wollen wir mit Freude tun.

 

Internet
www.delinat.com
www.bund.de
www.bund-bawue.de
www.naturwelt.org
www.nabu.de

Blog über Schmetterlinge
08.09.2016: Schmetterlinge kämpfen um ihr Überleben 

 


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