Startseite 
Kontakt  °  Inhaltsübersicht  
Seite weiterempfehlen
     26. März 2019, 13:56 Uhr
 


Schlossportal
 Kundeneingang

 
 
BLOGs nach Datum sortiert Alle BLOGS zum Zurückblättern
BLOG vom 24.02.2019


Vorfrühling im Februar: Erfreuliche Blütenpracht

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D

 


Schneeglöckchen (Foto: Elisabeth Faber)
 

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick.
Im Tale grünet Hoffnungs-Glück;
der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Johann Wolfgang von Goethe („Faust“)

„Im Frühling kehrt die Wärme in die Knochen zurück.“
Vergil

„Wenn der Frühling grüsst, dann hüpft das Herz vor Freude.“
Aus Irland

In vielen Gärten macht sich der Vorfrühling durch eine Blütenpracht bemerkbar. Das erfreut nicht nur Gartenbesitzer, sondern alle Menschen, die den Frühling herbeisehnen. Nicht nur in Irland, sondern auch bei uns wird so manchem sein Herz vor Freude hüpfen.
Die Wärme um diese Jahreszeit hat mit dem Klimawandel zu tun, wie Klaus Böttger, Vorsitzender der BUND-Ortsgruppe Schopfheim betonte. Es gäbe immer wieder Ausreisser beim Wetter. Er hofft, dass in diesem Jahr kein Frost die Obstblüten in Mitleidenschaft zieht.
Sollte es doch wieder, trist und kalt werden, rufe ich mir immer wieder einen Vierzeiler aus dem Werk „Die Sehnsucht nach dem Frühling“ von Hoffmann von Fallersleben (1798−1874) in Erinnerung:

„Schöner Frühling, komm doch wieder,/ Lieber Frühling, komm doch bald! Bring uns Blumen, Laub und Lieder,/ Schmücke wieder Feld und Wald!“

Laut Wettervorhersagen soll der Frühling in diesem Jahr schön und trocken werden.

Auf meiner Pirsch durch unsren Wohnort und auch auf dem Land beschreibe ich jetzt die Pflanzen, die ihre Blütenpracht schon entfalteten.

Hustenmittel Huflattich
Auf einer Wanderung im Röttler Wald (Landkreis Lörrach) Mitte Februar sah ich an Wegrändern einen der ersten Frühblüher, den Huflattich. Der Huflattich ist mit seinen wollig behaarten Stängeln und den strahlend-gelben Blüten leicht zu erkennen. Die Strahlenblüten zeigen sich schon, bevor die langstieligen, rundlich-herzförmigen Laubblätter hervorsprießen. Es sind herrlich anzusehende Farbtupfer auf einem kargen Boden. Die Pflanze streckt ihr Köpfchen immer der Sonne entgegen. Bei Nacht und schlechtem Wetter schliessen sich die Blüten und neigen sich dem Boden zu. Der Huflattich, auch Eselschrut genannt, ist eines der ältesten und besten Hustenmittel. Die Huflattichblätter dienten in Notzeiten als Tabakersatz.

Die Zaubernuss
Im Garten von Alice Kneusslin in Schopfheim-Fahrnau und auch in einigen Gärten im Stadtgebiet blüht derzeit auch die Hamamelis (Zaubernuss).  Die grünlich und gelben Blütenkronblätter sind schöne Farbtupfer in einer oft noch schneebedeckten tristen Gartenlandschaft. Etwas Schnee macht dem Strauch nichts aus. Beim näheren Betrachten sieht man in jeder Blüte 4 Staubblätter. Die Blüten duften je nach Art minder oder stärker und sehr angenehm.
Arzneizubereitungen (Creme, Salbe, Tinktur, Tee) haben eine entzündungshemmende, blutstillende, zusammenziehende und Juckreiz stillende Wirkung.  Laut Kommission E ist eine Anwendung bei leichten Hautverletzungen, lokalen Entzündungen der Haut und Schleimhäuten, Hämorrhoiden und Varikose (Krampfadern) empfehlenswert. Die Kommission E ist eine selbständige und wissenschaftliche Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel des heutigen Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.

 


Krokus
 

Violetter Krokus (violetter Safran)
Schöne Exemplare vom violett blühendem Krokus und Schneeglöckchen sind im Garten von Alice Kneusslin unter einem alten Nussbaum zu sehen. Wie Frau Kneusslin betonte, kommen diese Pflanzen ohne ihr Zutun jedes Jahr. Es ist für Vorübergehende ein Augenschmaus, solch eine Ansammlung von Blüten zu sehen. Wie der Weiße Krokus besitzt die violette Art Knollen, die beim Anpflanzen durch Zugwurzeln in die richtige Tiefe gezogen werden.
In den Gärten entdeckte ich auch gelb- und weißblühende Krokusse.

Schneeglöckchen und Märzenbecher
Das Amaryllisgewächs (zu diesen gehören auch der Märzenbecher und die Osterglocke) kommt in Laubmischwälder und verwildert in Gärten vor. Wer eine Blüte genau in Augenschein nimmt, bemerkt grüne Flecken an den inneren Blütenblättern, die Saftmale darstellen. Die besonders in den Zwiebeln vorkommenden Alkaloide haben eine giftige Wirkung. Die Märzenbecher, die ich im Garten von Klaus Böttger entdeckte, duften und zeigen an der Spitze der Blütenblätter einen gelbgrünen Fleck. Die Pflanze wird auch Sommertürchen und Frühling-Knotenblume genannt.

 


Winterling
 

Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln
Schöne Exemplare von Winterlingen sind im Garten von Alice Kneusslin zu sehen. Die Pflanze mit den 6 gelben Blütenhüllblättern hat 17 bis 38 Staubblätter. Der Pollen der Winterlinge ist eine wichtige frühe Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln. Als Bestäuber fungieren Fliegen, Bienen und Hummeln. Dabei haben die Hummel den größten Anteil, weil ein 2 Millimeter langer Rüssel erforderlich ist. Auch Selbstbestäubung ist möglich. Der Winterling ist bei Verzehr giftig.

Jedes Jahr im Vorfrühling ist in einem Buchenmischwald im Rautal bei Closewitz (Thüringen) ein gelbes Blütenmeer mit Winterlingen zu sehen. Für 3 Wochen zeigen sich die Winterlinge auf einer Fläche von 5 ha (https://botanikguide.de).

Weitere Blogs über den Frühling
18.04.2006: Zaghaftes Blühen: Die Suche nach dem verlorenen Frühling 
09.04.2008: Frühjahrsmüdigkeit: Strategien gegen das grosse Gähnen
06.02.2018: Frühlingsboten im Januar: Erste Blümchen spriessen 
08.04.2018: Gedanken zum Frühling

 


*
*    *

Ihre Meinung dazu?

 
Nach oben  
Alle Blogs
Liste der bisher erschienenen Tagebuchblätter
Blogs nach Autoren
Blogs nach Autoren
Artikel nach Autoren
Wer was geschrieben hat
  Twitter
Wir sind auch auf Twitter, ebenso unsere Gedankensplitter
 
   
  © 2002-2017 Textatelier