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BLOG vom 28.11.2019
Kongress in Lausanne: Für ein starkes Immunsystem

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D

 


SwissTech Convention Center Lausanne
 

Am Samstag, den 16. November 2019, folgte ich einer Einladung von Jacqueline Boss zum 43. Jahreskongress Swiss Dental Hygienists in Lausanne. Im modernen Swiss Tech Convention Center hielt ich meinen Vortrag „Fitnessprogramm für ein starkes Immunsystem.“

Zu den 2 Tagen des Jahreskongresses meldeten sich 950 Dentalhygienikerinnen an (610 deutschsprachige und 340 französischsprachige). Die Teilnehmerinnen konnten sich mit den zahlreichen Ausstellern über ihre tägliche Arbeit, Produkte, Materialien austauschen.

Der 2. Tag, also am Tag meines Vortrages, stand vorwiegend im Zeichen der körperlichen Abwehr.

Die Vorträge an den 2 Tagen wurden von 10 Professoren, einer Frau Doktor und ich als Nichtakademiker jeweils in Powerpoint-Präsentationen gehalten. Auf einer riesigen Projektionswand wurden rechts der Referent und links die Inhalte der Präsentation abgebildet. Der Samstag stand vorwiegend im Zeichen der körperlichen Abwehr.

Mein Vortrag hatte 3 Teile: Aufgaben des Immunsystems und bildliche Darstellung von Immunzellen - Faktoren, die das Immunsystem schwächen – Faktoren, die das Immunsystem stärken. In diesem Blog werde ich auf die wichtigsten Inhalte meines Vortrages eingehen.

 


Eingangsbereich SwissTech Convention Center Lausanne
 

Gedächtnis des Immunsystems
Das Immunsystem hat viele Aufgaben zu erfüllen, so die Infektabwehr, die Beteiligung an der Wundheilung, die Beseitigung zugrunde gegangener Zellen und körperfremde Stoffe zu beseitigen (Antigene).

Unser Immunsystem hat ein fabelhaftes Gedächtnis. Ein einmal für ein bestimmtes Antigen produzierter Antikörper bleibt erhalten und wird bei der nächsten Attacke sofort massenhaft produziert. Die Gedächtniszellen vom T- und B-Typ speichern die Struktur des Krankheitserregers in ihrem Gedächtnis.

Dann zeigte ich Abbildungen von speziellen weissen Blutkörperchen (Granulozyten, „Killerzellen“, Lymphozyten), die im Abwehrkampf von Mikroorganismen und Krebszellen eine wichtige Rolle spielen. Die Abbildungen stellte mir dankenswerterweise Prof. Dr. med. Jochen Hawlitschek von Bern zur Verfügung. Ein Höhepunkt war ein Video, das eine Killerzelle zeigte, die eingedrungene Bakterien attackierte, diese einverleibte und verdaute.

Schwächung des Immunsystems
Geschwächt wird das Immunsystem durch Schwermetalle (Cadmium, Blei, Quecksilber) und Chemikalien, ferner durch einen Mangel an Eisen, Kupfer, Kobalt, Zink, Selen, Magnesium und Vitamin E, durch erhöhten Alkoholgenuss, durch Drogen, Rauchen, bestimmte Medikamente (Zytostatika, Cortison, Antibiotika), Schwerelosigkeit und chronische Infekte im Zahnbereich.

Auch das Alter spielt eine Rolle. Ältere besitzen weniger Immunzellen und dadurch weniger Abwehrkräfte. Dies zeigt der aktuelle Fall von 2 Todesfällen und mehrere Erkrankungen im Oktober 2019 durch Listerien-Keime in Salami und Brühwurst einer Firma in Hessen. Besonders ältere abwehrgeschwächte Menschen erkrankten an Listerose. Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Krankheit meist unauffällig oder harmlos.

Auch Stress, Mobbing und negative Familienverhältnisse schwächen das Immunsystem und spielen eine Rolle bei der Entstehung einer Krebserkrankung. Einige Fallbeispiele von Dr. Petra Sommer (Felke Kurhaus am Maasberg, Bad Sobernheim), die auch in ihrem hervorragenden Buch „Immunfit forever“ erwähnt sind, brachte ich im Vortrag zu Gehör.

Für ein starkes Immunsystem
Sport: Wirkungen nach Prof. Dr. Uhlenbruck durch moderaten Sport: Aktivierung natürlicher Killerzellen und Fresszellen, Freisetzung von Endorphinen (Glückshormone), Verbesserung der Gewebedurchblutung, Steigerung der Lebensqualität. – Freizeitsport ist positiver Stress (Eustress), der nicht krank macht. Übertreibungen sind zu vermeiden (Sport sollte nicht zur Quälerei ausarten).

Spaziergänge im Wald: Gesundheitliche Wirkungen: Entspannung, Stressabbau, gut fürs Atemsystem.

Der japanische Mediziner Qing Li entdeckte, dass Spazierengehen im Wald die Entstehung von 3 verschiedenen Anti-Krebs-Proteinen und die Bildung grösserer Mengen natürlicher Killerzellen fördert. Diese Zellen können Krebszellen aufspüren und attackieren.

Wechselnde Reize: Kneippsche Anwendungen (Wechselduschen, Wassertreten, Kaltwasserreize und Warmwasserreize).

Saunieren: Bei einer Körperkernerwärmung um 1 °C werden mehr Immunzellen gebildet, Sauna wirkt sehr positiv bei Erkältungskrankheiten.

Streicheleinheiten für die Seele: Das Immunsystem wird durch positive Gedanken gestärkt (z. B. „Das wird ein wundervoller Tag“ -  „Egal, was kommen mag, ich schaffe es“). Vorteilhaft ist ein fröhliches Gemüt, aber auch Optimismus und Selbstvertrauen. Eine Lachkur bewirkt eine Schmerzreduzierung und eine Aktivierung von Abwehrzellen. Man sollte jeden Tag mindestens 30mal Lächeln oder Lachen.

Ein positives und optimistisches Verhalten (sogenannter Eustress, z.B. Lachen) bringt die Immunsystemzellen dazu, besser und spezifischer zu arbeiten (laut Dr. Petra Sommer).

Stressabbau: Dauerstress vermeiden, seelische Stabilität anstreben und schädlichen Stress abbauen. Stressabbau: Kneippsche Anwendungen, Entspannungsübungen, Atemübungen, Gottvertrauen. Hilfreich ist auch eine Phantasiereise (man stellt sich gedanklich einen Ort genau vor), das Hören von Musik, ein gutes Buch lesen und das Sitzen in der Badewanne (Bäder sind Liebeserklärungen an Körper und Seele).

Gottvertrauen: Im Laufe der letzten Jahre hat man zunehmend erkannt, dass die Spiritualität ein wichtiger, oft vernachlässigter Faktor für die Gesundheit ist. Laut einer Studie der Vereinten Nationen ist eine positive Gottesbeziehung der grösste Faktor für eine gute Gesundheit. Ausserdem verstärkt sie die anderen Gesundheitsfaktoren (Ernährung, Bewegung, Erholung usw.) um mehr als das Dreifache.

Gesunder Schlaf anstreben: Während des Schlafs werden wichtige Hormone ausgeschüttet (Melatonin, Prolaktin), die auf die Bildung von Immunzellen einen Einfluss haben.

Hilfen: Entspannungstechniken, geistig-seelische Ausgeglichenheit, körperliche Ermüdung, geringe Belastung des Stoffwechsels am Abend, Heilpflanzen (Melisse, Baldrian, Hafer), Kneippsche Anwendungen.

Darmfunktion optimieren: In der Darmschleimhaut sitzen mehr als 70 % der gesamten Abwehrzellen des Körpers.

Tipps für einen gesunden Darm: Ballaststoffreiche Kost (Vollkornprodukte, Gemüse, Obst), Sauermilchprodukte, viel Trinken, ausreichende Bewegung, morgendliche Bauchmassage, Stress vermeiden.

Helfen Haustiere? Verschiedene Studien zeigen die fördernde Wirkung der Haustiere auf das Abwehrsystem. Kinder, die mit Hunden und Katzen aufwachsen, stärken ihr Immunsystem, haben weniger Krankheiten.
Zitat von Albert Schweizer:

„Es gibt zwei Möglichkeiten, vor dem Elend des Lebens zu flüchten: Musik und Katzen.“

Immunstimulierende Heilkräuter: Hier haben sich besonders folgende bewährt: Taigawurzel (Eleutherococcus), Ginseng, Rosenwurz, Kapuzinerkresse, Zistrose, Holunder- und Lindenblüten. Eine Pflanze hob ich besonders heraus, nämlich die Echinacea (Roter Sonnenhut).

Alfred Vogel lernte den Roten Sonnenhut in den 50er Jahren durch den Häuptling der Sioux-Indianer, „Black Eagle“, kennen und schätzen. Er brachte Samen in die Schweiz und zog Pflanzen heran. In seinem Buch „Der kleine Doktor“ schrieb er dies: „Ich habe selber feststellen können, dass die Echinacea die Funktionen des Immunsystems aktiviert und so für die körperliche Abwehr gegen Mikroorganismen eine Stütze darstellt.“

In wissenschaftlichen Studien wurde die Wirkung eindeutig nachgewiesen. Hier die Wirkung eines Präparates mit einem Extrakt aus frischem Kraut und Wurzel:

Vorbeugend gegen Erkältungen – Steigert die körpereigene Abwehr – hilft bei fiebrigen Erkältungskrankheiten – von Natur aus entzündungshemmend – stärkt das Immunsystem, unterstützt den Heilungsprozess. Die Inhaltsstoffe bewirken eine Vermehrung der „Killerzellen“ und Immunmodulatoren (Gamma-Interferon, Interleukin-8, Metoclopramid-1). Diese sind für die Virenbeseitigung relevant.

Am Schluss berichtete ich noch kurz über die Immuntherapie bei Krebs. Danach folgte eine Zusammenfassung meines Vortrages.

Fazit: Die Zentralpräsidentin Conny Schwiete und die Kongressverantwortliche und Vizepräsidentin Jacqueline Boss waren mit dem 43. Jahreskongress von Swiss Dental Hygienists sehr zufrieden. In einem Schreiben an die Referenten äusserten sie sich wie folgt: „Die Dentalhygienikerinnen bekamen viele wertvolle Tipps und Informationen sowohl für den beruflichen wie privaten Alltag.“ Von den Mitgliedern erhielten die Organisatoren eine positive Resonanz.

 

Literatur
Scholz, Heinz: „Fitnessprogramm für ein starkes Immunsystem“, „Podologie Schweiz“, 1/2010.
Scholz, Heinz: „Immunsystem – ein Team für Spezialisten“, „Podologie Schweiz 10/2009.
Sommer, Petra; Uhlenbruck, Gerhard: „Immunfit forever“ (Gesund und fit bis 100), Raabdruck Lindemann, Bad Kreuznach 2003. ISBN: 3-00-012795-X.
Vogel, Alfred: „Der kleine Doktor“, Verlag A. Vogel, Teufen, 68. Auflage.

Blogs über das Immunsystem von Heinz Scholz
12.08.2009: Starkes Immunsystem (I): Effektiver Grippe-Abwehrkampf 
15.08.2009: Starkes Immunsystem (II): Dauerstress und Alkohol schaden
17.08.2009: Starkes Immunsystem (III): Mikronährstoffe für Abwehrzellen
21.08.2009: Starkes Immunsystem (IV): Immunstimulierende Heilkräuter 
25.08.2009: Starkes Immunsystem (V): Hefe – Wirkstoff-Multi der Natur

 


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