Zauberhafte Natur: Rosenkäfer und Sichelschrecken
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim

Bei meinen Foto-Exkursionen entdecke ich immer wieder besondere Insekten, darunter Käfer, Libellen, Schmetterlinge und Fangschrecken.
Manche sind sehr unscheinbar auf Blüten versteckt. Da muss man schon ein fotografisches Auge haben. Das hat auch Bloggerin Elisabeth Faber von Freiburg, die mir oft sehr schöne Fotos liefert.
An zwei Beispielen präsentiere Fotos, die ich kürzlich auf Foto gebannt habe. Darunter befindet sich ein Bild, das ich noch nie aufgenommen habe.

Goldglänzender Rosenkäfer
Anlässlich einer Bund-Exkursion am Wiesenufer mit Klaus Böttger wurden die Teilnehmer mit einem schönen Käfer überrascht. Der Organisator entdeckte auf einer Blüte der Kanadischen Goldrute den Goldglänzenden Rosenkäfer. Als Böttger den Käfer anheben und den Teilnehmern zeigen wollte, flog er blitzschnell davon. Der Käfer fliegt nämlich mit geschlossenen Deckflügeln und streckt das häutige darunter liegendes Flügelpaar aus seitlichen Aussparungen hervor. Dies ermöglich einen Schnellstart. Der Käfer wird als fliegendes Kleinod in Smaragdgrün bezeichnet. Er zählt zu den Schönheiten der Käferwelt. Der ganze Körper ist metallisch goldgrün glänzend. Auf den Flügeldecken sieht man ein paar kleine weiße Flecken und Querbinden.
Im Rahmen von Gartenberichten für die „Badische Zeitung“ erlebte ich vor dem Kräutergarten von Frauke Roloff in Schopfheim-Kürnberg eine Überraschung. Auf einer weißen Duftrose waren 2 Rosenkäfer dabei für Nachwuchs zu sorgen. Sie waren wohl durch den Rosenduft erotisiert. Dies war für mich das erste Mal, dass ich solche Käfer im trauten Zusammensein erwischt habe.
Der unter Artenschutz stehende Rosenkäfer wurde im Jahr 200o zum Insekt des Jahres gewählt, weil er eine wichtige Rolle im Ökosystem spielt. Die Larven sind Humusbildner und der Käfer ein Blütenbestäuber.

Sichelschrecke auf einer Rose
Auf einer roten Rose entdeckte ich vor einigen Tagen die Gemeine Sichelschrecke (Planeroptera falcata). Sie gehört zur Familie der Laubheuschrecken. Sie kommt u.a. in weiten Teilen des Rheintals und am Bodensee vor. Nördlich des Ruhrgebiets wird sie selten und fehlt in Norddeutschland. Alle Sichelschrecken profitieren von der Klimaerwärmung. Die Gemeine Sichelschrecken werden 12 bis 18 Millimeter lang und haben eine grüne Grundfärbung.
In der Schweiz kommen 2 Arten vor, darunter auch die Vierpunktige Sichelschrecke (Planeroptera nana). Die Gemeine Sichelschrecke ist im Jurasüdfuss und in wärmebegünstigten Tälern der Regionen der Nordschweiz anwesend. Die Vierpunktige Sichelschrecke war früher im Tessin, im Wallis und in der Region Genf beschränkt. Sie breitete sich inzwischen massiv im Norden aus. So wurde sie schon in Basel entdeckt. Laut Roter Liste sind die Sichelschrecken nicht gefährdet.
Die ausgewachsenen Sichelschrecken sind von August bis Oktober zu sehen. Da hatte ich ja Glück, denn ich konnte sie Mitte September auf dem Marderhof (Reiterhof) bei Schopfheim entdecken. Das wusste ich noch nicht: Laut Wikipedia singen die Schrecken. „Der Gesang ist nur bis zu einer Entfernung von etwa einem Meter zu hören. Ihr Zirpen erfolgt besonders in der Nacht. Dabei sind in unregelmässigen Abständen `Zb`-Laute zu hören.“ Als ich das Foto am Nachmittag aufnahm, hörte ich natürlich noch nichts.
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