Textatelier
BLOG vom: 01.08.2026

Grüne Männchen

Autor: Dr. H. L. Wessling, Osteuropahistoriker und Slawist, Deutschland

 

 

Was haben wir in den letzten Jahren nicht alles von den deutschen „Grünen“ lernen müssen?

Wir sollten einen Tag in der Woche freiwillig (?) vegan leben. Veggie Day nannte man das medienwirksam. Wir mussten unsere Sprache einer radikalen Veränderung unterziehen, wurden zu einer Art Neusprech erzogen. Das N- und das Z-Wort waren ohnehin verboten. Das Gender* hingegen ein absolutes Muss. Die weiblichen Gäste bei unseren Grillpartys wurden plötzlich zu Gäst*Innen. Wenn eine Oberinspektorin in der nach oben offenen deutschen Beamtenhierarchie eine Stufe aufstieg, war sie plötzlich Amtmännin! Dass das Englische nur wenige weibliche Suffixe bei Berufsbezeichnungen kennt, wurde wahrscheinlich ernsthaft bedauert. „Doctoress“ würde doch irgendwie ganz nett klingen.

Wir mussten uns von Winnetou verabschieden, Tatbestand: kulturelle Aneignung. Wir durften unseren Kindern im Fasching nicht mehr das Gesicht schwarz anmalen, Tatbestand: Blackfacing.

Wir mussten begreifen, dass es nicht nur zwei biologische Geschlechter gibt. Eine renommierte Biologin, die dieses unantastbare Naturgesetz vor „grünen“ Studenten verteidigte, wurde tätlich angegriffen. Nein, jeder kann ab sofort sein Geschlecht selbst bestimmen und es gibt unendlich viele Möglichkeiten. Divers, non-binär, queer, lesbisch, schwul, bi, Trans, um nur einige gängige zu nennen.

Ökologisch wurden wir sogar regelrecht umgeschult. Wir mussten Wärmepumpen in unsere alten Häuser einbauen, die deutsche Mülltrennung versteht man nur mit einem Hochschuldiplom. Wir sollten schleunigst unseren bewährten, geräumigen Diesel gegen ein preisgünstiges kleines E-Auto aus China eintauschen. Auf unsere Fahnen schrieb man uns ein dezidiertes Eintreten für ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen, Tempo 30-Zonen in der gesamten Stadt, den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs (obwohl die Deutsche Bahn am Krückstock geht), für Radwege ohne Ende (wo die inzwischen allseits beliebten E-Scooter ständig Unfälle verursachen). Die deutschen AKWs hatte ja Frau Merkel ja bereits dankenswerterweise abschalten lassen.

Wir sollten russophob werden und uns unkritisch für die Unterstützung der Ukraine einsetzen und alles an Waffen liefern, was auf dem Markt ist. Für „Free Palastine“ zu demonstrieren und „Genozid“ in Richtung Israel zu brüllen, ist Bürgerpflicht. Den widerlichen islamistischen Anschlag auf den CSD in Berlin sollen wir nicht mit konsequenterer Anwendung rechtlicher und polizeilicher Möglichkeiten bekämpfen, sondern mit besser Bildung (?). Vielleicht wie in den Schulbüchern des „grünen“ Baden-Württemberg, wo es nur noch ein Thema gibt: Ökologie und Nachhaltigkeit! Überhaupt brauchen wir eine Willkommenskultur und die Abschiebung afghanischer Straftäter in ihre Heimat ist ein Verbrechen an der Menschlichkeit, weil dort ja die Taliban regieren. Die diese dort übrigens mit offenen Armen empfangen werden, sofern sie Männer sind.

Und nun erfahren wir von den „Grünen“, was männlich ist und was nicht. Da insbesondere der Jugend in den Social Media-Kanälen ein Männlichkeitsideal vermittelt wird, das taff, kämpferisch und selbstbewusst daherkommt, braucht es jetzt unbedingt den „grünen Mann“. Der erinnert fatal an den tumben, weichgespülten Frauenversteher im selbstgestrickten Pullover aus der 1980er Jahre -Comedy. Ob Frauen jenseits der „grünen“ Community da jubeln werden?

Aber das alles kann uns nicht bremsen auf unserem unaufhaltsamen Weg zum Olymp der Wokeness.

 

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