Die zornigen Eisheiligen
Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
Der Zorn der 5 Eisheiligen hatte sich im Verlauf der Jahre gesteigert. "Die Menschen bestimmen, wann wir auftreten sollten", klagten sie. Dieses Jahr (2017) beschlossen sie eigenmächtig, ihr Erscheinen im Februar zu feiern, statt im Mai. "Wir sind auf die Kälte angewiesen" – Temperaturen über 3 bis 4 Grad Celsius sind für sie unerträglich. So bestimmten sie ihren eigenen Kalender im Februar, denn im Mai sind die Temperaturen zu hoch für die Eisheiligen.
Ihre Massnahme brachte die Menschen in Aufruhr. Aber es blieb ihnen nichts anderes übrig, als sich weiterhin im Februar winterlich zu vermummen. Nur die Kinder hatten ihren Spass und schlittelten die Hügel hinab.
Autos ohne Winterpneus hingegen schlitterten auf dem Glatteis und heimsten viel Blechschaden ein. So kalt sei es lange nicht mehr gewesen, wetterten die verschnupften Leute.
Die Eisheiligen, Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Kalte Sophie frohlockten. Nachdem die Eisheiligen ihre Pflicht erfüllt hatten, begannen sie ihren Sommerschlaf in einer Gletscherspalte und freuten sich jetzt schon auf ihr Erwachen im nächstjährigen Februar.
Londoner sind schlecht gegen solche abrupte Kälteeinbrüche gewappnet, Golfstrom hin oder her, und suchen und finden, soweit es die Finanzen erlauben, die Sonne im Süden.
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