Textatelier
BLOG vom: 23.11.2017

Dezember-Aphorismen

Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London


Die beliebte Ausflucht: “Vielleicht” ist viel zu leicht und vage.
Besser nein oder ja sagen.

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“So ist es, weil es anders nicht sein kann”, sagt der Fundamentalist.

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Silvester: Bedenklich, dass so viele Leute von einem Jahr ins andere stockbesoffen torkeln.

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Gesalbt gesprochen mit ätzender Wirkung.

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Zuerst schmatzen – dann schmusen.

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Die besten Geschenke sind jene, die man sich selbst schenkt.

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Kurzsichtig der Stellenbewerber, der seinen Lebenslauf verschönert.
Referenzen entlarven ihn.

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Sogar seine guten Absichten betrogen ihn.
Weil er sie nicht ernst nahm.

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Viele Erfahrungen werden im Keller der Erinnerungen begraben.

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Sinnen ist ratsam, bevor man sich besinnt.

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Der Kern einer Sache ist schwer zu knacken, wenn der Nussknacker fehlt.

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Die Freiheit wird missbraucht, wer sie für sich allein beansprucht.

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Takt erfordert ein feines Fingerspitzengefühl für Mitmenschen.

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Wenn Blicke töten könnten ... wäre die Menschheit rasch dezimiert.

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Auf die Lebensdauer ist kein Verlass.
So tue was du kannst, während sie dauert.

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Die Dementia hat den Vorteil, dass der Mensch nichts zu beichten und bereuen hat.

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Viele, die nichts zu sagen haben, sagen viel zu viel.

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Zyniker berufen sich auf ihre schlechten Erfahrungen auf Kosten der guten.

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Weder Wasser noch Wein stillen den Wissensdurst.

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Der Bescheidene verdiente den Kuchen, den der Anspruchsvolle verzehrt.

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Ein guter Ruf muss errungen werden.
Der schlechte bleibt kleben.

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Der Dummkopf muss lange warten, bis ihm die Augen aufgehen – wenn überhaupt.

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Vieles ist elastisch und dehnbar.
Die Wahrheit ist eine Ausnahme.

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Das Gleichgewicht wird am leichtesten beim Gehen bewahrt.

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Die Wurzeln des Übels wachsen tief in der Erde verankert und lassen sich schwerlich ausrotten.

 


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