Zähnefletschereien: Medizynische Allheulmittel (Glosse)
Autor: Reinhold Fetscher, Kabarettist, Schopfheim
Im Wiesental kündigt sich ein Szenario an: Überalterung der Ärzte! Praxis geschlossen!
Kein Nachfolger in Sicht! 5000 Patienten ohne Hausarzt? Brandbrief an die „Kassenärztliche Vereinigung (KV). Antwort der KV und des Sozialministers: Kein dringender Bedarf!
Notfallpraxis? Bislang Fehlanzeige! Warten, bis der Arzt kommt, war gestern.
Müssen wir jetzt warten, bis der Arzt nicht mehr kommt?
Bald können Sie nur noch den Anrufbeantworter der Arzt-Praxis abhören: „Sie befinden sich in einer Warteschleife. Wenn Sie ein Problem haben, wählen Sie die 1! Wenn Sie kein Problem haben, wählen Sie die 2! Wenn wir Ihnen weiterhelfen sollen oder sogar ein Arzt zu Ihnen kommen soll, dann legen Sie einfach wieder auf.“
Kein Problem: Es gibt doch „medizynische Allheulmittel“, die wir schon kennen.
Die Digitalisierung führt zur Tele-Medizin: Video-Konferenz, Selfie-Diagnose, Urinprobe per Internet, das ist dann ein sogenanntes Pipi-Fax.
„Ich habe morgen eine Magenspiegelung: Hoffentlich kriege ich mein Smartphone runter.“
Handy-Therapie, ferngesteuerte Eigenbehandlung mit Glasfaserkabel bis hin zur Selbsteinpflanzung von Herzschrittmachern, auch wenn der Behandlungserfolg ausbleibt:
„Immer, wenn der Patient hustet, geht bei ihm zu Hause das Garagentor auf.“
Immer weniger Ärzte werden auf dem Land niedergelassen, Patienten allein gelassen. Will man da dem Landleben zu Leid leben? Das Motto sollte lauten: „In Dubio pro Regio“. Doch der grüne Sozialminister hat noch andere Baustellen. Selbst ein Kabarettist und sein „persönlicher Minischder“ sind sich jetzt nicht mehr ganz grün.
„Ich fange nie mehr was mit einem Sonntag an, weil der Sonntag mir meinen Glauben nahm.“
211.000 € Steuergelder zum Wohle der Demokratie sind gut,
211.000 € Steuergelder gegen den Ärztemangel wären noch besser.
Es gilt insbesondere für den Raum Schopfheim: Es ist nicht gesund, krank zu sein!
reinhold@fetscher-schopfheim.de
Der Autor hat sich als Kabarettist einen Namen gemacht, insbesondere als Bühnen-Akteur im Familien-Ensemble „Zähnefletschereien“. Seine satirischen Gedanken gibt’s in verschiedenen Zeitungen.
Die Glosse mit freundlicher Genehmigung der „Badischen Zeitung“.
Blogs über das Familien-Ensemble „Zähnefletschereien“
16.11.2017: Interview mit Kabarettistin und Sängerin Jennifer Fetscher
07.11.2017: Kabarett der Fetscher-Family: Angriff auf die Lachmuskeln
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